Reisebericht Irland

4. - 5. Tag

 

 

21.09.02

Heute geht unsere Fahrt weiter über Cork, Limerick und Ennis nach Kilkee, unserem Aufenthaltsort für die nächsten paar Tage.

Unterwegs machen wir in dem kleinen Ort Quin halt und besuchen die Ruine des Franziskanerklosters Quin Abbey. Besonders beeindruckend ist hier die Grabhalle. In einem dunklen Gewölbe findet man grobe, kleine, namenlose Grabsteine. Wahrscheinlich Gräber ungetaufter Kinder oder anderer unseliger Toter.

Weiter geht's nach Kilkee. Im Gegensatz zum letzten Mal finden wir unsere Ferienhausanlage "Spanish Cove" auf Anhieb. Auch diese ist wieder total gemütlich eingerichtet. Nur leider ist kein Kamin im Wohnzimmer :-(   Aber dafür haben wir Meerblick vom Schlafzimmerfenster aus :-)  Sie ist nur etwa 100 m vom Strand entfernt. Heute ist es sehr warm. Wir ärgern uns zum ersten mal, daß wir keine Badesachen eingepackt haben...

 

22.09.02

Nach dem Frühstück machen wir uns über die Küstenstraße auf zu den berühmten "Cliffs of Moher". Als wir ankommen, sind wir ziemlich enttäuscht. Im Gegensatz zu der Ruhe der letzten Tage, wimmelt es hier von Touristen. Ich komme mir vor wie in einem Ameisenhaufen. Überall latschen Leute, laut schnatternd, an einem vorbei. Man hat keine Ruhe den wundervollen Anblick der Steilklippen, die bis zu 200 m hoch sind,  zu genießen. Wir machen nur ein paar Pflichtaufnahmen und setzen unsere Fahrt fort.

Weiter geht es durch die karge Felslandschaft des Burren. Hier im Burren, wo damals, zu der Zeit des großen Hungers (1845 - 1849), Straßen gebaut wurden, die nirgendwo hinführten, Brücken unter denen kein Wasser floß, nur damit die Leute bezahlt wurden, um etwas zu Essen holen zu können, machen wir uns auf die Suche nach den Überresten eines ehemaligen Hungerdorfes in der Nähe von Fanore. "Cathair Bheannach" soll es heißen, oder auch "Foxes' Glen" genannt. In Fanore muß rechts eine Straße abgehen, die uns über einen Paß zu ihm führt... Na ja, wir haben dann wohl die falsche Straße genommen. Nachdem wir dem Weg, der so eng ist, daß keine zwei Autos aneinander vorbeipassen, gut einen Kilometer den Berg hinauf gefolgt sind, sind wir ziemlich sicher, daß es hier nicht seien kann. Vor einem kleinen Cottage treffen wir schließlich einen alten Mann, den wir nach dem Weg  fragen... Der alte Mann steht da, mit seiner selbstgedrehten Zigarette im Mundwinkel und einer geöffneten Dose Katzenfutter in der Hand. Eine Katze streift laut miauend um seine Beine, will endlich ihr Futter haben... Als er "Foxes' Glen" hört, fängt er an zu flüstern - als hätten wir ihn nach dem Schloß von Graf Dracula gefragt... Unter vorgehaltener Hand gibt er uns eine Wegbeschreibung, die wir allerdings nur sehr schlecht verstehen. Wir bekommen nur soviel mit, daß wir zurück müssen und dann ...by the caravans... ...the church... Wir fahren also zurück zur Hauptstraße und machen uns erneut auf die Suche. Doch ehe wir uns versehen, haben wir Fanore auch schon wieder verlassen. Gut! Drehen! ... und noch mal der Beschreibung des Reiseführers folgen... Jetzt scheinen wir richtig abgebogen zu sein. Wir kommen an einer Kirche vorbei, wahrscheinlich die, die der alte Mann vorhin meinte... Wir überqueren einen kleinen Fluß und fahren nach der Brücke den ersten Weg scharf links hinauf. Nur daß wir dann vor einem eher modernen Wohnhaus stehen, statt vor einer Farm, wie im Reiseführer angegeben :-(   Es führt zwar ein grobsteiniger Weg den Berg hinauf, laut Beschreibung könnte das passen..., aber da wir das Gefühl haben, uns auf Privatgelände zu befinden und von den Bewohnern des Hauses beobachtet zu werden, drehen wir um. Auf dem Weg, den Berg hinunter zurück zur Hauptstraße, treffen wir noch einmal auf eine Einheimische und fragen sie nach "Cathair Bheannach" bzw. "Foxes' Glen". Und obwohl sie, wie sie erzählt, schon über 40 Jahre hier in der Gegend wohnt, und an mehreren Reiseführern mitgearbeitet hat, hat sie "Foxes' Glen" oder "Cathair Bheannach" noch nie gehört! Frustriert geben wir auf.

Unser nächstes Ziel ist die Burgruine von "Leamaneh Castle". Zur Abwechselung finden wir sie auf Anhieb, da sie wirklich unübersehbar an der Gabelung zweier Hauptstraßen liegt. Als Maire Rua dieses Castle 1640 erbauen ließ, war es eines der modernsten Herrenhäuser, da es im Gegensatz zu den üblichen schmalen Schlitzen im Mauerwerk, breite Fensterfronten besaß. Sogar im Erdgeschoß.

Weiter geht unsere Fahrt Richtung Ennis. In Killinaboy machen wir noch an der kleinen Kirchenruine halt, an deren Rundbogen bis 1990 eine Sheila-na-Gig angebracht war. Eine Steinfigur, die wahrscheinlich aus der frühen heidnischen Religion stammt.

Über Ennis (...ist übrigens ein nettes Städtchen zum Bummeln) geht es zurück nach Kilkee.

 

 

und hier zu den Bildern...

 

 

© 2002 by Pitty